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Transcarnation ist die Geschichte einer jungen Frau, deren Körper von einem wandernden, körperlosen Geist in eine Schattenwelt gezogen wird. Zunächst gibt sie sich fasziniert seinem Bann hin. Sie unterwirft sich seiner Macht und lässt ihn Besitz ergreifen von ihrem Körper. Doch bald findet sie sich in einem halbmateriellen "Garten" wieder, der mit Seelen gefüllt ist, deren Körper das gleiche Schicksal teilen. Sie spürt die Gefahr, versucht sich ihm zu widersetzen, da sie erkennt, dass sie alle gefangen sind in einem endlosen Teufelskreis aus Geburt, Besessenheit vom Leben und dem Warten der Seelen, zum Leben zurückgebracht zu werden.
 
Die junge Frau versucht, sich diesem unendlichen Prozess zu entziehen. Sie sucht die Vision eines Jenseits, eines Ortes, der Frieden verspricht und Erlösung aus dem unendlichen Zyklus aus Schöpfung und Zerstörung.

Transcarnation wurde im Herbst 2001 von quantum ether kreiert und produziert. Es stellt eine Komposition dar aus verschiedenen unabhängigen Produktionen. In einem gemeinsamen Konzept verschmolzen hier eine Modeshow, eine moderne Choreographie, ein neuartiges Orchester, einzigartige Instrumente, eine innovative Komposition und eine moderne fragmentarische Lyrik.

Die Künstler beschlossen, als Gruppe für eine neue Art von grenzüberschreitenden Kunstprojekten zusammen zu arbeiten. Kernpunkt des Konzeptes von quantum ether ist, dass die verschiedenen Kunstrichtungen sich gegenseitig beeinflussen. Das führte beispielsweise dazu, dass die eigens für Transcarnation gefertigten Skulpturen sowohl Teil der Choreografie, des Bühnenbildes als auch der Musik wurden. Die Skulpturen sind so konzipiert, dass sie als eigenständige Musikinstrumente zum Einsatz kommen. Auf diesen Saiteninstrumenten werden Teile des Stückes live gespielt, der Musiker wird durch sein Spiel auf der Bühne Teil der Choreografie.

Für die Musik von Transcarnation wurde mittels moderner Computertechnik ein aufwendiges, "unmögliches" Orchester geschaffen. Die traditionellen Orchestersektionen wurden durch ungewöhnliche Instrumente wie z.B. Panflöten, Sitars, Ouds und Snaredrums ersetzt.
Alle beteiligten Musiker verfügen über ein breites Spektrum an Fähigkeiten, die der Komponist ausschöpfte, um eine stilistische Bandbreite von Barockmusik über Weltmusik und moderne Klassik bis hin zu experimenteller Rockmusik, Jazz, Elektronik und Metal abzudecken.

Dieses stilistische Spektrum findet sich auch in den Kostümen, die sich sowohl barocker Ästhetik als auch moderner Abstraktion bedienen. In der Choreographie verschmelzen die Tänzer, Statisten und Musiker trotz ihrer unterschiedlichen Stile zu einer neuen gemeinsamen Bewegungssprache, bei der jede Bewegung die Handlung auf ihre Art vorantreibt. Im Text wird die fragmentarische Syntax nonlinearer Poesie zum Träger des Echos einer anderen, übernatürlichen Welt. Die Symbolik im Skript wird auch im Bühnen- und Lichtentwurf reflektiert.
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